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++ 7 | 2991 Zeichen | Artikel vom: 06. 04. 2006   Druckversion

Dokumentation: Leserbrief an Wiesbadener Lokalzeitungen:

Hilfspolizei, Sauberkeit und Sicherheit, NPD

...Es dient deshalb sicherlich mehr der Sicherheit, ueberall gegen Nazis und ihre Propaganda vorzugehen, als Menschen, die genau das tun mit Bussgeldern zu bestrafen...

...Es dient deshalb sicherlich mehr der Sicherheit, ueberall gegen Nazis und ihre Propaganda vorzugehen, als Menschen, die genau das tun mit Bussgeldern zu bestrafen...

Am Mittwoch, den 8. März, kam ich erstmalig in den Genuss die umstrittenen Wiesbadener Hilfspolizisten in Aktion zu erleben. Um es vorweg zu nehmen, ich hatte schon erfreulichere Begegnungen! Bei meiner Arbeit als Gärtner fiel mir während der Mittagszeit auf dem Weg von der Metzgerei zurück zur Baustelle (ich war Brötchen holen) auf, dass auf drei Zigaretten-automaten in der Wielandstraße faschistische und rassistische Aufkleber der NPD klebten.



„Jeden Tag eine gute Tat“, dachte ich mir und begann in eisiger Kälte die Aufkleber von den Automaten zu kratzen. Nachdem ich fünf Aufkleber entfernt hatte, der sechste aber auf Teufel komm raus nicht abging, viel mir der Aufkleber des im Portemonnaie ein, den ich am Tag zuvor nach der Mittagspause von dort mitgenommen hatte. Ich klebte ihn über den letzten noch lesbaren NPD-Aufkleber. Zufrieden drehte ich mich um, nur um in die strengen Gesichter zweier HiPos zu blicken. „Personalienkontrolle, Sie haben fremdes Eigentum beklebt!“ Ich erklärte ihnen den Sachverhalt, was jedoch keinerlei Eindruck hinterließ, da der Klatsch-Aufkleber „Werbung“ sei. Auf meine Erwiderung, dass ich keine Werbung mache, sondern rassistische und faschistische Propaganda unschädlich gemacht habe, wurde nicht eingegangen. Nun will ich den Herren Frankholz und Maurer (die beiden HiPos) keine ideologische Nähe zur NPD unterstellen. Zu fragen wäre allerdings, was ihr Verhalten mit ihrem Arbeitsauftrag, nämlich angeblich für Sicherheit und Sauberkeit zu sorgen (auch darüber lässt sich trefflich streiten), zu tun hat. AusländerInnen, Linke, JüdInnen, Behinderte und Punks werden täglich von Neonazis angegriffen und oft erheblich verletzt. Seit 1990 wurden in Deutschland bei diesen Angriffen mehr als 100 Menschen auf brutalste Art und Weise ermordet (Recherche der Frankfurter Rundschau). Ihr  ideologisches Rüstzeug erhalten die Mörder unter anderem von der NPD. Es dient deshalb sicherlich mehr der Sicherheit, überall gegen Nazis und ihre Propaganda vorzugehen, als Menschen, die genau das tun mit Bußgeldern zu bestrafen.

Auch das in Deutschland beliebte Argument der Sauberkeit zieht in diesem Fall nicht, da der fragliche Automat (Wielandstr. 20) mit jeder Menge Aufkleber beklebt ist, somit also nicht von mir „verschandelt“ wurde.

Bleibt als Fazit festzustellen, dass für solche Menschen die Macht der Uniform, verbunden mit dem Recht Exempel zu statuieren, wichtiger ist als „Fingerspitzengefühl“. Womit sie sich inhaltlich nicht wesentlich von dem unterscheiden, was auch die NPD für „Recht und Ordnung“ hält. Und genau dagegen werde ich auch weiterhin angehen.

 

Ralf D.     

         

 

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