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Der Freitag begann mit einer Pressekonferenz in Bad Doberan. Menschen aus der Pressegruppe, von den Initiativen gegen Genanbau und gegen den geplanten Bombenabwurfplatz Bombodrom der Bundeswehr in der Freien Heide sowie eine Vertreterin der Anti-G8-Proteste in diesem Jahr in St.Petersburg präsentierten sich den interessierten Journalist/innen. Diese kamen von der lokalen Presse, des Radios und derPresseagenturen. Vorgestellt wurden das Camp und auch gleicheinige Inhalte, die im Laufe der zehn Camp-Tage die Aktivitst/innen bewegen wird. Neben Gentechnik und Landwirtschaft, Bombodrom und Antimilitarismus sind beispielweise Migration und Lager, aber auch derNPD-Wahlkampf im Mecklenburg-Vorpommern inhaltliche Themen des Camps. Gekommen sind Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet und einzelne auch aus anderen Ländern Europas. Das politische Spektrum ist sehr breit und umfasst fast die gesamte Bewegungslinke: Friedensbewegung, Gewerkschaftslinke, Menschen von Attac, antirassistische Initativen und autonome Gruppen. Auch die mehreren bundesweiten Anti-G8-Bündnisse sind vertreten. Dazu gehörendie Netzwerke dissent! , das das Camp initiierte, und Interventionistische Linke sowie das Anti-G8-Bündnis "für eine revolutionäre Perspektive". Das Camp dient dem inhaltlichenAustausch und der Vernetzung des Anti-G8-Widerstands. Ein Beitrag dazuwar die Podiumsdiskussion am Sonntag Abend auf dem Camp, woVertreter/innen der verschiedenen Gruppen, Netzwerke und Bündnisse ihre Gründe für ihr Engagement gegen den G8 darlegten. DieAktivist/innen schöpfen aus teils langjährigenErfahrungen des Widerstands gegen Weltwirtschaftsgipfel und G7. Sie sehen darin auch aktuell einen wichtigen Kristallationspunkt fürihre theoretische und praktische Politik. In ihren inneren Strukturen, ihren Themen, aber auch in ihrer Praxis unterscheiden sich teilweisedie verschiedenen Initiativen. Während in dissent! sich Einzelpersonen weitgehend hierachiefrei organisierten möchten und sich mit ihrem Namen in die Tradition vergangener G8-Proteste stellen,ist attak eine globalisierungskritische Organisation mit zahlreichen,teils passiven Mitgliedern und gewählten Vertreter/innen und Sprecher/innen, die einen maßgeblichen Einfluss auf dieOrganisation und deren Politik haben. Attac waren die einzigen, denenes wichtig war zu betonen, dass von ihnen keine Gewalt ausgehen wird,was in der Diskussion als Distanzierung kritisiert wurde. In der Interventionistischen Linke treffen verschiedene linke Einzelpersonen, aber vor allem linke Gruppen, Initiativen und Zeitungsprojekte zusammen. Im revolutionären Bündnis haben sich verschiedeneGruppen zusammengeschlossen, die sich auch im internationalistischenThemenfeld bewegen. Zahlreiche Veranstaltungs- und Informationszelte, Volxküchen, eine Getränkebar, Dixi-Klos, Duschen und anderes mehr gehören zur Infrastruktur des Camps. Dieses läuft selbstorganisiert ab, jede/r ist aufgefordert, sich selbst einzubringen und zu beteiligen: sowohl in die inhaltlichen Diskussionen als auch in die organisatorischen Aufgaben. In über 100 Workshops wird sich ausgetauscht, diskutiert und gestritten. Aber die Camper/innen werden auch in der Region unterwegs sein, die Gegend erkunden und Präsenz zeigen. Am Montag, dem 7. August begrüssten beispielsweise die Camp-Teilnehmer/innen die Einwohner/innen Bad Doberans. Mit einerKundgebung auf dem Marktplatz und einer "Door Knocking"-Aktion wurdelaut "Hallo!" gesagt und mit Flugblättern und Gesprächen über die Anliegen des Camps und des Anti-G8-Protestes informiert. Etwa 100 Aktivist/innen besuchten Einwohner/innen zuhause und an öffentlichen Plätzen und suchten die Diskussion über die Inhalte des Camps. Die Reaktionen reichten von Zustimmung bis Desinteresse, die Beteiligten kamen in der anschliessenden Diskussion untereinander zum Ergebnis, dass die Aktionweitegehend erfolgreich verlief. Am Donnerstag wird "Gendreckweg!" und die globale Landwirtschaft ein Hauptthema sein. Auch derSpaß kommt nicht zu knapp.Für Freitag ist eingemeinsamer Badetag vorgesehen. Am Montag gibt es Konzerte und am Samstag nach dem grossen Abschlussplenum die grosse Party. Zu erwähnen bleibt noch, dass es nicht einfach war, ein Campgelände zu finden. Die Städte Rostock und Bad Doberan zeigten sich dabei nicht kooperativ. Nach der Anmietung eines privaten Geländes wurden den Camper/innen mit etwa zwanzig Seiten verschiedenster Auflagen aus unterschiedlichen Behörden weitere Steine in den Weg gelegt. Das Camp und der Protest sind bei den politisch Verantwortlichen offensichtlich nicht sehr willkommen. Wobei es aber auch einzelne örtliche Vertreter/innen, aber auch Landwirte und Anwohner/innen gibt, die zwar nicht die Meinungen des Camps in Gänze teilen, aber für das Recht auf Protest eintreten und das Camp in diesem Sinne unterstützen. Das Camp-Gelände ist schön gelegen, es ist sehr weiträumig, und Bäume bieten Schattenplätze, die bei dem strahlenden Sonnenschein für angenehme Kühle sorgen. Die angemietete Fläche bietet noch Platz für weitere Besucher/innen. Vom Camp berichtet: www.de.indymedia.org
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