++ 33 | 4903 Zeichen | Artikel vom: 19. 10. 2006
Druckversion  Veranstaltung Samstag 28.Okt. 20 Uhr Cafe Klatsch Ein fast perfektes Verbrechen…
Vortrag & Film:

Vortrag von Wolf Wetzel
Ausschnitte aus dem Film
„Leukämietod in der Elbmarsch“
Samstag 28.Oktober 20 Uhr Cafe Klatsch WI |  |
Staatsgeheimnis:
Vor 20 Jahren, nur 4 Monate nach dem Super-GAU in Tschernobyl, kam es im norddeutschen Kernforsch-ungszentrum (GKSS) Geesthacht zu einem schweren Atomunfall. Bis heute wird er von offiziellen Stellen dementiert.
Ein Politthriller, der in einer Gegend spielt, die heute eine weltweit einmalige Häufung von Leukämie-Erkrankungen aufweist. |
Nicht nur der Verdacht steht im Raum, dass offizielle Stellen in Verbindung mit der Atomindustrie einen schweren Nuklearunfall als harmlosen „Waldbrand“ vertuschten und die Menschen in der kontamierten Umgebung schutz- und ahnungslos ihrem Schicksal überließen.
Auch legt die Untersuchung der in der Geestacher Elbmarsch gefundenen nukleartechnische Produkte den Verdacht nahe, dass im GKSS unter Verletzung des Atomwaffensperrvertrags mit militärischer Zielsetzung geforscht wurde.
Wolf Wetzel recherchierte zu den Ereignissen in Geesthacht . Er veröffentlichte seine Ergebnisse unter dem Titel »Ein fast perfektes Verbrechen« in der Wochenzeitung ›Freitag‹ am 11.8.2006
„So brauchte es Jahre, bis der Nachweis erbracht werden konnte, dass nicht das AKW Krümmel für die erhöhte Radioaktivität ursächlich verantwortlich war, sondern das ganz in der Nähe gelegene Forschungszentrum GKSS. Viel zu spät entdeckten Wissenschaftler der Arbeitsgemeinschaft für Physikalische Analytik und Messtechnik in der Umgebung der GKSS millimetergroße Kugeln, die weder in der Natur, beim Betrieb eines AKWs, noch bei oberirdischen Atomtests »abfallen«. Auf Dachböden und im Erdreich wurden Transurane, u.a. Plutonium-241 und Americium-241 gefunden.
Nachdem alle deutsche Forschungsinstitute unisono eine Untersuchung der Bodenprobe ablehnten, wurde die internationale Sacharow-Universität in Minsk mit der Analyse beauftragt. Das Ergebnis war sensationell und ist bis heute nicht bestritten: Die nukleartechnischen Kügelchen enthalten die spaltbaren Stoffe Uran, Plutonium-241, Americium-241 und Curium. (…) Diese »PAC-Kügelchen« (…) können als Brennstoffe für Hochtemperaturreaktoren genutzt werden. Aufgrund des hoch angereicherten Urans bzw. Plutoniums stellen sie zugleich die entscheidenden Komponenten für militärische Optionen dar.(…)
Der Nachweis wäre erbracht, dass die Bundesrepublik seit Jahren den von ihr unterschriebenen Atomwaffensperrvertrag gebrochen hat.“
Filmausschnitte aus:
»Und keiner weiß warum...Leukämietod in der Elbmarsch«, Reportage von Barbara Dickmann und Angelica Fell, ZDF vom 02.04.2006
Atomanlagen sofort Stilllegen!!! Nein zu „Gefahrzeitverlängerungen“
Die großen Energieversorger (EVU) und ihre Wasserträger in der Politik rufen danach, den ohnehin wachsweichen Atomkompromiss aufzukündigen und selbst den ältesten Pannenreaktor der BRD ( Biblis A) bis zum Sankt Nimmerleinstag weiter betreiben zu wollen. Sie wittern Morgenluft: Die allgemeine soziale Verschärfung hat die Aufmerksamkeit für ökologische Fragestellungen weit zurückgedrängt, vergessen scheint die ungelöste Entsorgungsfrage, vergessen die höchst reale Bedrohung eines nuklearen Unfalls auch in den ach so sicheren westeuropäischen Atomanlagen. Die geringe Aufmerksamkeit, die der Beinahe-Unfall im AKW Forsmark hervorgerufen hat, spricht Bände…
Hohe Gewinnmargen für längst abgeschriebene atomare Altanlagen für weitere Jahre scheinen den EVU`s zum Greifen nahe. Nicht damit, wie sie gerne suggerieren, der Strompreis für den Verbraucher billiger wird, sondern um im Wettbewerb des europ. Strommarktes bessere Positionen zu haben. Der Umbau hin zu höheren Anteilen von regenerativen Energien an der der Stromgestehung wird damit ausgebremst, die Gesundheits- und Sicherheitsinteressen der hier lebenden Menschen ignoriert.
Die Vertrauenswürdigkeit der Atombranche und Ihrer Unterstützer in Politik und Verwaltung war seit jeher zweifelhaft. Das gilt es auch bei den jüngsten Vorstößen dieser Branche nicht zu vergessen.
Die Anti-Atom-Bewegung ruft dazu auf diesen Herbst ein sichtbares Zeichen gegen „Gefahrzeitverlängerungen“ zu setzen:
Am 4.November sind zeitgleiche Demonstrationen in Biblis und Brunsbüttel geplant, der CASTOR-Transport nach Gorleben ab dem 11.November wird ein weiterer Fokus sein um unseren Protest und Widerstand gegen AKW-Betrieb zum Ausdruck zu bringen.
Biblisdemo Samstag, den 4.November: Gemeinsame Abfahrt Wiesbaden, 11:30 P&R-Parkplatz am Hbf, Autos mitbringen Fahrgemeinschaften bilden
Vorbereitungstreffen zur Fahrt zu den CASTOR-Protesten im Wendland (11.-13.Nov):
Dienstag, den 24.Oktober 20 h AKU-Laden, Rüdesheimer Str. 19 Wiesbaden
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