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++ 291 | 6945 Zeichen | Artikel vom: 11. 05. 2007   Druckversion

Global denken - Lokal handeln !

Gemeinsame Demonstration: Samstag 12.Mai 07, 13:00 Uhr Nein zum Kohlekraftwerk Mainz/Wiesbaden


Gemeinsam tragen wir den Protest gegen das geplante Kohlekraftwerk auf die Strasse. Auf der Theodor-Heuss-Brücke, zwischen Mainz und Wiesbaden, demonstrieren wir gegen die Ignoranz der KMW beim Thema Klimaschutz. Ihre Entscheidung für Kohleverstromung muss zurückgenommen werden. Kein Kohlekraftwerk auf der Ingelheimer Aue!



Global denken …

Keine Rückkehr zur Kohleverstromung!

Für den Ausbau der erneuerbaren Energien!

Für verstärkte Energieeffizienz und Energieeinsparung!

 

Nein zum Kohlekraftwerk Mainz/Wiesbaden

Mit der Entscheidung für den Bau eines neuen Kohlekraftwerks als künftigen Ersatz für ihr hochmodernes Gas und Dampfturbinen-Kraftwerk (GUD) auf der Ingelheimer Aue, konterkariert die KMW auf zynischste Art und Weise die Diskussion um Klimaschutz und gebotenes schnelles Handeln bei der CO2-Reduktion.

Warum sollen, gemessen am Bedarf der Region, riesige Überkapazitäten geschaffen werden?

Der Beschluss, als Ersatz für ihr 400 Megawatt GUD-Kraftwerk einen 820 MW Kohleblock zu errichten, stellt nicht nur eine Kapazitätsverdopplung dar. Die Entscheidung für den Brennstoff Kohle statt Gas bedeutet auch, dass sich die CO2-Emissionen pro Kilowattstunde Elektrizität verdoppeln werden, was insgesamt also zur Vervierfachung des CO2-Ausstoßes führen wird.

KMW fest auf fossilem Kurs …

In Bezug auf erneuerbare Energien gibt sich KMW-Chef Stickel arrogant: „Dies ist kein Fond für Jugend forscht, sondern ein bankenfinanziertes Projekt“, erklärte er auf einer Veranstaltung in Wiesbaden.Bei soviel „Fachwissen“ über den Stand der  Nutzung erneuerbarer Energien kann man nur staunen: Schließlich betrug ihr Anteil an der Strombereitstellung in der BRD im Jahr 2006 bereits 11,8%. Im Bereich der erneuerbaren Energien sind hier mittlerweile rund 214.000 Menschen beschäftigt (Quelle: BMU, 27.02.07). Die hohe Effizienz von dezentralen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen ist unbestritten.Solche Äußerungen machen vielmehr deutlich, dass eine ernsthafte Prüfung von Alternativen nicht stattgefunden hat.

„Jobmaschine“ Kohlekraftwerk?

Auch die von der KMW immer wieder ins Feld geführten Arbeitsplätze erweisen sich bei genauerer Prüfung als Argument gegen ein zentrales Groß-Kraftwerksprojekt: Die Greenpeacestudie “2000 MW - sauber“, die Alternativen zu einem Braunkohle-Kraftwerksneubau untersucht, kommt zu dem Ergebnis, dass ein Alternativkonzept aus Energieeffizienz und erneuerbaren Energien dauerhaft neun mal soviel Arbeitsplätze schafft, wie ein zentrales Großkraftwerk.

 

CO2-Emissionen:

Pro Kilowattstunde (kWh) elektrischer Energie aus einem kohlebefeuerten Dampfkraftwerk entstehen O,885 kg CO2. Dem stehen im erdgas-befeuerten GUD-Kraftwerk 0,429 kg CO2 pro kWh elektrischer Energie gegenüber. Kombiniert man notwendige Wärmebereitstellung mit dezentraler Stromgewinnung in Blockheizkraftwerken, so wird für die kWh Elektrizität nur 0,323 kg CO2 emittiert.

 

…Lokal handeln

Wir fordern die klimapolitische Verantwortung der beiden  Landeshauptstädte ein!

Obwohl sich die KMW über die jeweiligen Stadtwerke mehrheitlich im Besitz der Städte Mainz und Wiesbaden befindet, gilt deren Votum wenig: In Mainz stimmte das Stadtparlament über längst veraltete Zahlen ab, der Moratoriumsbeschluss der Wiesbadener Stadtverordneten wurde schlicht ignoriert. Wiesbadens Noch-Oberbürgermeister Diehl, nebenberuflich Aufsichtsratsvorsitzender der KMW, fühlte sich nicht an das Votum aus dem Rathaus gebunden und stimmte für den Bau.

Wie weitreichend sind die gesundheitlichen Folgen?

Noch völlig unklar ist, was der Bau eines solch großen Kohlekraftwerks in einer ökologisch bereits stark belasteten Ballungsregion letztendlich bedeutet, insbesondere für die Belastung der Luft mit Feinstäuben

 

Wir entziehen der Geschäftspolitik der KMW die Unterstützung!

Die Bewertung der KMW als „unseren“ lokalen, von den vier großen Energieversorgungsunternehmen (EVU) unabhängigen und umweltfreundlichen Versorger, ist mit ihrer Entscheidung hinfällig geworden.

 

Stromanbieterwechsel jetzt! Die einzige Sprache, die sie verstehen!

Wenn die Geschäftspolitik der KMW für ihre Profite die Notwendigkeiten des Klimaschutzes ignoriert, wechseln wir unseren Stromanbieter. Es gibt inzwischen genügend Stromanbieter deren Geschäftspolitik sich nicht nur an kurzsichtigen Profitinteressen orientiert.

 

Folgende Anbieter können wir guten Gewissens empfehlen:

Elektrizitätswerke Schönau (EWS) www.ews-schoenau.de/

Lichtblick  www.lichtblick.de/

Greenpeace Energy www.greenpeace-energy.de/

Naturstrom AG www.naturstrom.de/

Weitere Informationen zu den genannten Anbietern und zum einfachen “Stromwechsel“ finden sich auf deren Internetseiten.

Für die Energiewende!

Statt zur Kohleverstromung zurückzukehren, oder gar den Forderungen der AKW-Betreiber nach Laufzeitverlängerung für ihre gefährlichen Altanlagen zu folgen, setzen wir auf den Ausbau erneuerbarer Energien, auf Energieeinsparung und Energieeffizienz.

 

Gemeinsam tragen wir den Protest gegen das geplante Kohlekraftwerk auf die Strasse. Auf der Theodor-Heuss-Brücke, zwischen Mainz und Wiesbaden, demonstrieren wir gegen die Ignoranz der KMW beim Thema Klimaschutz. Ihre Entscheidung für Kohleverstromung muss zurückgenommen werden. Kein Kohlekraftwerk auf der Ingelheimer Aue!

Gemeinsame Demonstration:

Sa, 12.Mai 2007 , 13:00 Uhr

Treffpunkt Mainz: Neubrunnenplatz

Treffpunkt Wiesbaden: Bahnhof Mainz-Kastel

Zeitgleicher Aufbruch zur Theodor Heuss-Brücke

 

Initiatoren:

Arbeitskreis Umwelt Wiesbaden · Kohlefreies Mainz

BUND Mainz + Wiesbaden

Cafe Klatsch Kollektiv ·

 Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union

· Kulturzentrum Schlachthof

 

Unterstützer:

AUF (AKK) ·

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Kreisverband Mainz

Linke Liste Wiesbaden – Fraktion LiLi

 

Weitere Informationen:

www.aku-wiesbaden.de/

www.kohlefreies-mainz.de/

www.atomausstieg-selber-machen.de/

 

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