|
||||||||||||||||||||||||||||
Schließlich reiht sich dieser Fall ein in eine ganze Kette vergleichbarer Vorfälle, Anfang der neunziger Jahre beginnend: Hoyerswerda (Herbst 1991), Mannheim-Schönau (Frühjahr 1992), Rostock-Lichtenhagen (Sommer 1992), Magdeburg (Frühjahr 1994) ... Im Frühsommer 1992 attackierten Bewohner des Mannheimer Stadtviertels Schönau tagelang das dortige Flüchtlingsheim. Dies löste auch überregional entschiedene Solidarität mit den Flüchtlingen aus. Die Schönauer Ereignisse fanden im zeitlichen Umfeld neonazistischer Pogrome und rassistischer Morde (Hoyerswerda,Rostock-Lichtenhagen, Mölln etc.) statt. Vor diesem Hintergrund beleuchtet der Tübinger Kulturwissenschaftler Matthias Möller die unterschiedlichen Konfliktdarstellungen beteiligter Akteure ( Polizei, Presse, Stadtverwaltung, Schönauer Bürger/innen, Antifa-Gruppen u.a.) Der Fall Mannheim-Schönau durchaus exemplarischen Charakter für die Welle pogromartiger Gewalt gegen Flüchtlinge der 1990er Jahre und die daraus entstandenen Diskussionen um antifaschistische Gegenwehr. Anhand von Video-Material, der Nachzeichnung damaliger Diskurse und Auseinander-setzungen und der von den Beteiligten gezogenen Konsequenzen schlägt Matthias Möller den Bogen zu der leider auch heute noch aktuellen Frage des Umgangs mit kollektiver Gewalt gegen Flüchtlinge aus emanzipatorischer Perspektive. Matthias Möller, Jahrgang 1976, studierte an der Uni Tübingen Empirische Kulturwissenschaft, Soziologie und Informatik. Er ist seit den 1990er Jahren aktiv in der Antifa und anderen sozialen Bewegungen. VeranstalterIn: AKU (Arbeitskreis Umwelt Wiesbaden) ; Cafe Klatsch Kollektiv
|
|
|||||||||||||||||||||||||||