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++ 5 | 5782 Zeichen | Artikel vom: 06. 10. 2007   Druckversion

Buchvorstellung mit Videoprojektion

»ein recht direktes völkchen«? Mannheim-Schönau und die Darstellung kollektiver Gewalt gegen Flüchtlinge

Hoyerswerda (Herbst 1991), Mannheim-Schönau (Frühjahr 1992), Rostock-Lichtenhagen (Sommer 1992), Magdeburg (Frühjahr 1994) ...

Hoyerswerda (Herbst 1991), Mannheim-Schönau (Frühjahr 1992), Rostock-Lichtenhagen (Sommer 1992), Magdeburg (Frühjahr 1994) ...

Die schockierenden Vorfälle von Mügeln haben gezeigt, dass pogromhafte Gewalt gegen MigrantInnen ein nach wie vor aktuelles Problem in Deutschland darstellt. Schließlich reiht sich dieser Fall ein in eine ganze Kette vergleichbarer Vorfälle
Diskussionsveranstaltung mit dem Autor Matthias Möller

Mittwoch, den 10. Oktober 2007
20 Uhr Cafe Klatsch in Wiesbaden
Marcobrunnerstr. 9



Schließlich reiht sich dieser Fall ein in eine ganze Kette vergleichbarer Vorfälle, Anfang der neunziger Jahre beginnend: Hoyerswerda (Herbst 1991), Mannheim-Schönau (Frühjahr 1992), Rostock-Lichtenhagen (Sommer 1992), Magdeburg (Frühjahr 1994) ...
Besonders erschreckend ist dabei, dass hier rechte Gewalt offen und im Einklang mit breiten Bevölkerungskreisen zelebriert wird und auf wenig zivillgesellschaftlichen Widerstand vor Ort trifft.

 

Im Frühsommer 1992 attackierten Bewohner des Mannheimer Stadtviertels Schönau tagelang das dortige Flüchtlingsheim. Dies löste auch überregional entschiedene Solidarität mit den Flüchtlingen aus. Die Schönauer Ereignisse fanden im zeitlichen Umfeld neonazistischer Pogrome und rassistischer Morde (Hoyerswerda,Rostock-Lichtenhagen, Mölln etc.) statt. Vor diesem Hintergrund beleuchtet der Tübinger Kulturwissenschaftler Matthias Möller die unterschiedlichen Konfliktdarstellungen beteiligter Akteure ( Polizei, Presse, Stadtverwaltung, Schönauer Bürger/innen, Antifa-Gruppen u.a.) Der Fall Mannheim-Schönau durchaus exemplarischen Charakter für die Welle pogromartiger Gewalt gegen Flüchtlinge der 1990er Jahre und die daraus entstandenen Diskussionen um antifaschistische Gegenwehr.

 

Anhand von Video-Material, der Nachzeichnung damaliger Diskurse und Auseinander-setzungen und der von den Beteiligten gezogenen Konsequenzen schlägt Matthias Möller den Bogen zu der leider auch heute noch aktuellen Frage des Umgangs mit kollektiver Gewalt gegen Flüchtlinge aus emanzipatorischer Perspektive.

 

 

 

Matthias Möller, Jahrgang 1976, studierte an der Uni Tübingen Empirische Kulturwissenschaft, Soziologie und Informatik. Er ist seit den 1990er Jahren aktiv in der Antifa und anderen sozialen Bewegungen.

 

 

VeranstalterIn:    AKU (Arbeitskreis Umwelt Wiesbaden) ;

                                Cafe Klatsch Kollektiv

                                               

 

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