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Für Startbahnbefürworter war schon lange, sofort alles klar. Sie wussten, wer es war und wie es dazu kommen musste: Von »eine(r) Gruppe von terroristischen Gewalttätern«, die ein »Inferno« anrichteten, sprach Springers ›Abendpost‹, die liberale ›Zeit‹ wusste vom »kaltblütigen Mord (...) als ultimative Perversion unserer Versammlungsfreiheit« zu berichten und der ›Spiegel‹ konnte sich nicht satt sehen und halluzinierte von einer »schwerbewaffnete(n), blutige(n) Wanderarmee«. Viele sahen in der Beerdigung der Startbahnbewegung die Gelegenheit, eine Grabesrede zu halten, u.a. Grüne Politiker, die einst versprachen, den Protest ins Parlament zu tragen, bis nur noch ihre eigene Karriere übrig blieb. Die Startbahnbewegung konnte es, im wahrsten Sinne des Wortes nicht fassen:
Auch wenn diese Fragen nach den tödlichen Schüssen drängender wurden – sie standen lange vorher im Raum. Auch wenn es die Startbahnbewegung so nicht mehr gibt - die Fragen sind geblieben, die Suche nach Antworten ist immer auch eine Auseinandersetzung mit der Geschichte. Die szenische Lesung basiert auf über fünfzehn geführte Interviews mit damals Beteiligten. Zentraler Ort der Erzählung ist die Startbahn West. Die ZuhörerInnen begleiten die damals Beteiligten durch den Wald, an die Startbahn, zurück nach Hause, ins Polizeigewahrsam, zum Verhör – eingeholt von Ereignissen, die ihr bisheriges Leben grundsätzlich ins Wanken brachten (Hüttendorfräumung/1981, Tod von Günther Saré/1985, Tschernobyl/1986, Strommastaktionen, Plutoniumfabriken Alken-Nukem). Ihre Gedanken, ihre Entscheidungen waren so verrückt, so unglaublich, so mutig, so aberwitzig, so konsequent und größenwahnsinnig wie es Menschen sein müssen, die den gefahrlosen Pfad der reinen Kritik verlassen. Dass Geschichte nicht in der Vergangenheit liegt, sondern in der Gegenwart des Begreifens wird Ende dieses Jahres – ganz unphilosophisch – Realität. Dann ist das Planfeststellungsverfahren zum Bau einer dritten (Nord-)Landebahn durch den Kelsterbacher Wald abgeschlossen - Startschuss für die Rodung.
Die szenische Lesung basiert auf einem Buchprojekt Weitere Informationen unter:
Tag Freitag, der 2.11.2007 Uhrzeit: 20 Uhr Ort: Bürgerhaus Bornheim-Mitte Arnsburgerstr. 24, Frankfurt/M. (U-Bahnstation Höhenstrasse )=Clubraum1
Dazu gibt es Bilder, Dias und aktuelle Informationen zur Startbahn-Nord.
Im Rahmen der (Gegen-)Buchmesse:
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