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++ 291 | 3094 Zeichen | Artikel vom: 13. 12. 2007   Druckversion

Protestaktion gegen geplantes Kohlekraftwerk

KlimaschutzaktivistInnen besuchen ESWE

Wer aus Profitinteresse die Notwendigkeiten des Klima- und Umweltschutzes ignoriert, dem entziehen wir unser Geld und wechseln den Stromanbieter!

Wer aus Profitinteresse die Notwendigkeiten des Klima- und Umweltschutzes ignoriert, dem entziehen wir unser Geld und wechseln den Stromanbieter!

Am heutigen Samstag protestieren KlimaschutzaktivistInnen gegen die Geschäftspolitik der Wiesbadener Stadtwerke (ESWE). Unter dem Motto „Wie immer geht es ihnen nur um Kohle ...“ haben wir die Geschäftsstelle der ESWE in der Fußgängerzone besucht und unseren Unmut demonstriert, indem wir in den dortigen Eingangsbereich ca. 70 kg Steinkohle abgeschüttet haben. Dies entspricht der Kohlemenge, die das auf der Ingelheimer Aue geplante Kohlekraftwerk innerhalb von nur einer Sekunde verfeuern soll!



Wir kritisieren aufs Entschiedenste diese kurzsichtige Investitionsentscheidung der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW), die sich je zur Hälfte im Besitz der Mainzer Stadtwerke (ENTEGA) und der Wiesbadener ESWE befindet.

Mit dem Beschluss für den Bau eines neuen Kohlekraftwerks, als zukünftigen Ersatz für das bestehende hochmoderne Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk, konterkariert die KMW auf zynischste Art und Weise die Diskussion um Klimaschutz und gebotenes schnelles Handeln bei der CO2-Reduktion.

Insgesamt plant die KMW eine Vervierfachung des jetzigen CO2-Ausstoßes. Unser Ziel ist und bleibt die Rücknahme dieses Projekts. Gerade die Stadtwerke der beiden Landeshauptstädte sehen wir in einer klimapolitischen Verantwortung. Wir weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass mit den so genannten Ökostrom-Kampagnen von ESWE und ENTEGA die Bevölkerung schlicht für dumm verkauft werden soll. Unter umweltpolitischen Druck geraten geht es beiden Stadtwerken einzig darum, ihre Marktanteile zu verteidigen bzw. weiter auszubauen. Desinteressierte und Industriebetriebe sollen weiterhin mit Atom und Kohlestrom beliefert werden, während man gleichzeitig versucht, die ökologisch sensible Klientel mit „Ökostrom billiger als Atomstrom“ zu ködern.

Wir verweigern der Geschäftspolitik der KMW – und somit der ESWE und der ENTEGA – die Unterstützung! Wer aus Profitinteresse die Notwendigkeiten des Klima- und Umweltschutzes ignoriert, dem entziehen wir unser Geld und wechseln den Stromanbieter! Wir schlagen konkret die in Bürgerhand befindlichen Elektrizitätswerke Schönau oder Greenpeace Energy als alternative Stromanbieter vor.

 

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 Veranstaltungshinweis:  8. November,  20.00 Uhr, Cafe Klatsch, Marcobrunnerstr. 9

Was hat kolumbianische Kohle mit Wiesbaden zu tun? Am Donnerstag, den 8. November 2007, werden Freddy Lozano (Generalsekretär der kolumbianischen Minengewerkschaft SINTRACARBON in Puerto Bolivar) und Jairo Quiroz (Pressesprecher Vorstand SINTRACARBON) nach Wiesbaden kommen. Die Gewerkschaftler informieren über die Arbeitsbedingungen in den kolumbianischen Kohleminen, die gewaltsame Unterdrückung der Gewerkschaftsbewegung durch die neoliberale Uribe-Regierung und die Rolle transnationaler Konzerne bei der Ausbeutung kolumbianischer Rohstoffe sowie der Zerstörung von Natur und Lebensbedingungen indigener Völker.

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