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Schlägt das Herz der heimlichen Anarcho-Hauptstadt auch nach 70 Jahren noch? Wo? Und vor allem: wie? Das aktuelle Buch von Horst Stowasser zeichnet Skizzen einer ebenso lebendigen wie vielfältigen Bewegung – aus einer Stadt, in der das Wort »Anarchie« kaum jemanden erschreckt, weil es Teil der eigenen historischen Identität ist. Im Mittelpunkt der Reportage stehen die anarchistischen Gewerkschaften, die sich in den letzten Jahrzehnten auf der Suche nach dem »richtigen Weg« heillos zerstritten und enorm an Bedeutung verloren hatten. Jenseits von orthodoxer Prinzipientreue und pragmatischer Erneuerung tauchen jedoch überraschende Entwicklungen auf, die Mut machen – eine Art »Anti-Aging« der Anarchie. In enger Verzahnung mit einer lebendigen und bunten anarchischen Gegenkultur mit ihren »Ateneos«, besetzten Häusern, Genossenschaften, Freien Radios, Buchläden, Zeitungen und Stadtteilinitiativen zeigt sich hier, dass der libertäre Diskurs auch im 21. Jahrhundert noch in der Lage ist, die Arbeiterschaft ebenso zu begeistern wie die Jugend und die »ganz normalen Leute« aus der Nachbarschaft. In einer Mischung aus Lesung, Plauderei und Diashow führt der Autor durch das Libertäre Barcelona von heute und wirft für die anschließende Diskussion die Frage auf, was all das für unsere Situation in Deutschland bedeuten könnte.
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