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"Irrwege in die BRD" Veranstaltung zum Internationalen Tag der Menschenrechte über Flucht und Migration. Vortrag, Diskussion und Filmvorführung mit
zum Film: - Zusammenprall der Zivilisationen - An der marokkanischen Mittelmeerküste liegt die spanische Exklave Melilla. Sie ist umgeben von hohen Zäunen. Von August bis Oktober 2005 haben Hunderte Flüchtlinge versucht, mit selbstgebauten Leitern die drei bis sechs Meter hohen Zäune zu überwinden. ---------------------------------------------------- Immer wieder gern verbreitet unser Bundesinnenminister seine flüchtlingspolitischen Zwischenbilanzen: Immer weniger Flüchtlinge würden in Deutschland einen Asylantrag stellen. Während bis 1997 jährlich mehr als 100.000 Asylbewerber und Flüchtlinge eine Aufnahme beantragt hatten, verringerte sich ihre Zahl danach kontinuierlich von 50.000 im Jahr 2003 auf 35.000 und 29.000 in den folgenden beiden Jahren. Zuletzt, 2006, waren es nur noch 21.000 Antragssteller. Von Ihnen wurden in Deutschland, einem Staat mit einer Bevölkerung von 82 Millionen Menschen, Ganze 251 Personen als Asylberechtigte mit Bleiberecht anerkannt. Das sind 0,8 Prozent aller Fälle, über die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2006 (von insgesamt 30.759 Fällen) zu entscheiden hatte.
Doch einen Blick über den eigenen Tellerrand hinaus in die Welt zu werfen könnte den "migrationspolitischen Horizont" erweitern. Rund 190 Millionen weltweit heimatlos Gewordener gelten den Statistikern als "ArbeitsmigrantInnen" oder "WanderarbeiterInnen". Wenn ihnen der Sprung nach Europa gelingt, werden sie von Politik und Medien gern als sogenannte "Wirtschaftsflüchtlinge" diskreditiert. Das Gerücht, in Europa würden die Menschenrechte noch etwas taugen, lässt verfolgte und perspektivlose Menschen aus Entwicklungs- und Schwellenländern hoffnungsfroh nach Norden ziehen. Dabei kommen sie zumeist nicht weit. Bleiben hängen im NATO-Draht hochgerüsteter Grenzanlagen, finden im Meer einen nassen Tod, verschwinden in namenlosen Knästen an den Rändern Europas oder erfahren Zurückweisung und Deportation. Diejenigen die es trotz filigraner Flüchtlingsabwehr zu uns schaffen, erwarten Irrwege durch ein Labyrinth aus Paragrafen, Lagerunterbringungen, Ausreisezentren und die ständige Einforderung ihrer Rückkehrbereitschaft. Da wird Asyl zum Glücksfall, Flüchtlingsexil bedeutet Arbeitsverbot bei erzwungener Sozialamtsabhängigkeit und ständige Angst vor der Abschiebung. Auch Krankheit scheint kein Grund für Rücksicht. Verzweifelte fliehen in die Illegalität und geraten so doch noch mehr in einen Tunnel ohne Ausgang. Auswege könnten in einer veränderten europäischen und nationalen Flüchtlingspolitik liegen. Denn ohne verstärkte Aufnahmebereitschaft, ohne ernst gemeinte Bleiberechtspraxis -- auch ohne verlässliche gesellschaftliche Solidarität -- münden Fluchtwege allenfalls in die Integrationsprozesse und individuelle Ausweglosigkeit.
---------------------------------------------------- Montag den 10.12.07 um 18.00 Uhr Raum 114, E-Gebäudes
FH Wiesbaden Kurt-Schumacher-Ring 18 in Wiesbaden ---------------------------------------------------
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