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Der Weltklimagipfel im Dezember dieses Jahres wird die weltweit größte Veranstaltung der "Verantwortlichen" aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zum Thema "Klimakatastrophe" sein, die jemals stattgefunden hat. Aber die Ergebnisse auch dieses Gipfels werden die von Seiten der Öffentlichkeit erwarteten Klimaziele weitgehend verfehlen. Sicher wird die Dramatik des bereits eingetretenen Klimawandels allseits beschworen werden, möglicherweise werden auch neue Grenzwerte für den CO2-Ausstoß beschlossen werden, Klimaqueen Merkel wird sich "Retterin der Umwelt" zu inszenieren wissen - aber ändern soll sich eigentlich wenig bis nichts: Das herrschende Energieregime der großen Industrienationen, das im Kern auf der Ausbeutung fossiler Energiequellen (Erdöl, Ergas, Kohle) und der Verbrennung spaltbaren Materials beruht, soll nicht in Frage gestellt werden. Frankreich wird weiterhin AKWs als Beitrag zum Klimaschutz verkaufen, Deutschland baut eine ganze Serie neuer Stein- und Braunkohlekraftwerke, und die neuen Aufsteiger aus Fernost, Indien und China v.a., kämpfen um ihren steigenden Anteil am Kuchen. Zugleich ist offensichlich, dass v.a. die fossilen Rohstoffe, von denen Wohl und Wehe der wichtigsten Industriestaaten abhängt, perspektivisch zur Neige gehen. Die Nachfrage nach Rohstoffen beginnt das Angebot zu übersteigen; die steigenden Energiepreise deuten in diese Richtung. Um so schärfer werden potenzielle Konflikte um die Rohstoffquellen, insbesondere um Erdöl und Erdgas, Stoffe, die die industrielle Produktion, Logistik und Transport sowie den privaten (Automobil)Verkehr am Laufen halten. Mit den drohenden Ressoucenkonflikten einher geht eine wachsende Aufrüstung - und zwar weltweit. Der Militäretat der EU-Staaten liegt mittlerweile bei ca. 140 Mrd. EURO, der amerikanische ist immer noch doppelt so hoch. Und auch die Bundswehr wird auf- und umgerüstet und zur "Armee im Einsatz" auf Basis weltweit interventionsfähiger mobiler Truppen umstrukturiert. Hat dieser Schub an Militarisierung und die "bedrohte Energiesicherheit" in Deutschland und Europa etwas miteinander zu tun? Ist es ein Zufall, dass auch deutsche Truppen mittlerweile unsere "Freiheit" vom Horn von Afrika, einer für die westlichen Ölimporte äußerst wichtigen Stelle, bis zum Hindkusch verteidigen, so Ex-Verteidigungsminister Struck? Rings um den Hindukusch - von der arabischen Halbinsel bis hinein nach Zentralasien - konzentrieren sich immerhin die weltweit bedeutendsten Ölvorkommen. Wir möchten uns den Fragen der "Energiesicherheit" und der Auf- und Umrüstung, die bislang in der Umwelt- wie in der Friedensbewegung nur am Rande thematisiert werden, nähern. Und wir möchten mit unserer Diskussion auch ein brisantes Thema für ein alternatives "Klimacamp" anreißen, das ja 2008 zum ersten Mal in Deutschland stattfinden soll.
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