|
||||||||||||||||||||||||||||
Mit der Entscheidung für den Bau eines neuen Kohlekraftwerks als künftigen Ersatz für ihr hochmodernes Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk (GuD) auf der Ingelheimer Aue konterkariert die KMW auf zynischste Art und Weise die Diskussion um Klimaschutz und gebotenes schnelles Handeln bei der CO2-Reduktion. Warum sollen, gemessen am Bedarf der Region, riesige Überkapazitäten geschaffen werden? Der Beschluss, als Ersatz für ihr 400 Megawatt GuD-Kraftwerk einen 820 MW Kohleblock zu errichten, stellt nicht nur eine Kapazitätsverdopplung dar. Die Entscheidung für den Brennstoff Kohle statt Gas bedeutet auch, dass sich die CO2-Emissionen pro Kilowattstunde Elektrizität verdoppeln werden, was insgesamt also zur Vervierfachung des CO2-Ausstoßes führen wird. _________________________________________CO2-Emissionen:Beim geplanten neuen Kohlekraftwerk sollen pro erzeugter Kilowattstunde Strom (kWh) max. 750 g CO2 entstehen. Das zurzeit am Standort Ingelheimer Aue betriebene Gas-GuD-Kraftwerk hat dagegen nur CO2-Emissionen von ca. 350 g CO2/kWh.Kombiniert man notwendige Wärmebereitstellung mit dezentraler Stromgewinnung in Blockheizkraftwerken, so werden für die kWh Elektrizität nur 323 g CO2 emittiert._________________________________________„Jobmaschine“ Kohlekraftwerk?Auch die von der KMW immer wieder ins Feld geführten Arbeitsplätze erweisen sich bei genauerer Prüfung als Argument gegen ein zentrales Groß-Kraftwerksprojekt: Die Greenpeacestudie „2000 MW – sauber“, die Alternativen zu einem Braunkohle-Kraftwerksneubau untersucht, kommt zu dem Ergebnis, dass ein Alternativkonzept aus Energieeffizienz und erneuerbaren Energien dauerhaft neun mal soviel Arbeitsplätze schafft wie ein zentrales Großkraftwerk. … Lokal handelnWir fordern die klimapolitische Verantwortung der beiden Landeshauptstädte ein!Obwohl sich die KMW über die jeweiligen Stadtwerke mehrheitlich im Besitz der Städte Mainz und Wiesbaden befindet, gilt deren Votum wenig: In Mainz stimmte das Stadtparlament über längst veraltete Zahlen ab, der Moratoriumsbeschluss der Wiesbadener Stadtverordneten wurde schlicht ignoriert. Wiesbadens ehemaliger Oberbürgermeister Diehl, nebenberuflich Aufsichtsratsvorsitzender der KMW, fühlte sich nicht an das Votum aus dem Rathaus gebunden und stimmte für den Bau.
Wie weitreichend sind die gesundheitlichen Folgen?Weiterhin ist völlig unklar, was die Installierung einer solch großen Kohlekraftwerksleistung in einer ökologisch bereits stark belasteten Ballungsregion für Fragen der Luftreinhaltung bedeutet, insbesondere für die Belastung mit Feinstäuben. Die Erzeugung von 823 Megawatt Leistung benötigt die Verbrennung von ca. 6000 Tonnen Steinkohle pro Tag. Hierbei werden Schadstoffe freigesetzt die erwiesenermaßen sowohl Umwelt als auch Gesundheit schädigen. Hauptschadstoffe sind Kohlenmonoxid, Stickstoffdioxid, Arsen, Schwefeldioxid, Chlorverbindungen, Nickel, Blei, Cadmium und Quecksilber, Feinstaub (ca. 480 Tonnen/Jahr) und radioaktive Stoffe. Es ist zu befürchten, dass für die im Umkreis des Kraftwerks lebenden Menschen durch die erhöhte Schadstoffbelastung unkalkulierbare gesundheitliche Risiken entstehen. (www.aerzte-initiative-wiesbaden.de) Wir entziehen der Geschäftspolitik der KMW die Unterstützung!Die Bewertung der KMW als „unser“ lokaler, von den vier großen Energieversorgungsunternehmen (EVU) unabhängiger und umweltfreundlicher Versorger, ist mit ihrer Entscheidung hinfällig geworden. Stromanbieterwechsel jetzt! Die einzige Sprache, die sie verstehen!Wenn die Geschäftspolitik der KMW für ihre Profite die Notwendigkeiten des Klimaschutzes ignoriert, wechseln wir unseren Stromanbieter. Es gibt inzwischen genügend Stromanbieter, deren Geschäftspolitik sich nicht nur an kurzsichtigen Profitinteressen orientiert. _________________________________________Folgende Anbieter können wir guten Gewissens empfehlen:Elektrizitätswerke Schönau (EWS) Lichtblick Greenpeace Energy Naturstrom AG _________________________________________Demonstration: Samstag 19.4.08Treffpunkt Wiesbaden:
|
|
|||||||||||||||||||||||||||