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++ 17 | 12915 Zeichen | Artikel vom: 16. 05. 2008   Druckversion

Neuerschienenes Buch von Wolf Wetzel

"Tödliche Schüsse- eine dokumentarische Erzählung"

"Dieses Buch verweigert sich absichtsvoll dem medial umhätschelten 68er-Tross ›Glücklich Gescheiterter‹..."

"Dieses Buch verweigert sich absichtsvoll dem medial umhätschelten 68er-Tross ›Glücklich Gescheiterter‹..."

Am 2.11.2007 jährte sich ein Ereignis, das als Novum in die Geschichte sozialer Bewegungen eingehen sollte: Im Verlauf einer Nachtaktion am Frankfurter Flughafen, an der sich ca. 400 StartbahngegnerInnen beteiligten, wurden tödliche Schüsse auf Polizeibeamte abgegeben.
Die dokumentarische Erzählung basiert auf über fünfzehn geführte Interviews mit damals Beteiligten. Im Zentrum der Erzählung steht die Rekonstruktion dieser nächtlichen Demonstration



Die LeserInnen begleiten die ProtagonistInnen durch den Wald, an die Startbahn, zurück nach Hause, ins Polizeigewahrsam, zum Verhör – eingeholt von Ereignissen, die ihr bisheriges Leben gewaltig ins Wanken brachten (Hüttendorfräumung/1981, Tod von Günther Saré/1985, Tschernobyl/1986, Strommastaktionen/1986, Demonstration gegen die Plutoniumfabriken Alkem-Nukem in Hanau/1986).

Auch wenn die Auseinandersetzung um die ›Startbahn West‹ im Mittelpunkt dieses Buches steht, so ist es auch ein Buch über die 80er Jahre: der Versuch, zwischen kommunistischen Kaderparteien (KBW, KPD …) und Alternativbewegung, zwischen der Roten Armee Fraktion (RAF) und dem ›Marsch durch die Institutionen‹ neue Wege zu gehen.

Dieses Buch verweigert sich absichtsvoll dem medial umhätschelten 68er-Tross ›Glücklich Gescheiterter‹, die mit einer Aura der damals Dabeigewesenen bezeugen sollen, wie gut wir es jetzt haben und wie schlimm es war, als man noch mehr, wenn nicht gar alles wollte!

Sich dem nicht anzuschließen heißt nicht, ins Gegenteil zu verfallen, die 80er Jahre zu mystifizieren, an einer desperaten, selbstgefälligen Legende zu arbeiten. Ich hoffe, dass das hier Erzählte dazu völlig ungeeignet ist.

In diesem Sinne ist dieses Buch geschrieben. Es versucht, so nahe wie möglich an die Ereignisse heranzureichen, Erlebtes genau so zu schildern, wie es sich zugetragen hat, nicht wegzuschauen, wenn etwas passiert, was nicht hätte passieren dürfte, da zu bleiben, wenn man am liebsten wegrennen möchte, es aufzuschreiben, wenn man es am liebsten ungeschehen machen würde.

Viele ehemalige StartbahngegnerInnen werden beim Lesen, beim Zuhören nicht nur auf Bekanntes stoßen. Vieles, was man an der Startbahn hören konnte, musste vage bleiben – manches wurde auch gewollt falsch erzählt. Einige werden also überrascht sein, dass sich markante Ereignisse ganz anders abgespielt haben, als sie sie in ›Erinnerung‹ haben.

Der Wunsch, die Geschichte der Startbahnbewegung und der 80er Jahre nicht als persönliche Reminiszenz und Anekdote zu erzählen, war eins der entscheidenden Motive, dieses Buch zu schreiben.

Die über fünfzehn Romanfiguren geben mehr als ihre persönlichen Erinnerungen wieder. In der Summe bieten sie die Möglichkeit, Teil des kollektiven Gedächtnisses zu werden.

Inhalt

 

2.11.1987 – 6. Jahrestag der Hüttendorfräumung

 

Leben im Hüttendorf 1980/81

 

Knüppelgasse in der Rohrbachstraße am 3.11.1981

 

Beton brennt doch… 1982

 

Eine Nachtaktion bei 20.000 Watt – 1982

 

Müntzer an der Startbahn 1982 – ein Gastbeitrag

 

Tod von Günther Saré am 28.9.1985

 

Hanau-Demonstration am 8.11.1986

 

Von Braunmühl an der Startbahn 1986

 

Strommastaktion bei Hasselroth am 9.7.1986

 

Strommastaktion bei Dreieich-Offenthal am 26.8.1986

 

Von der friedlichen zur militärischen Nutzung der Atomenergie

 

Nachspann 1987-1991

 

›Radio Preungesheim‹

 

Blind Date mit der Wahrheitsfindung

 

 

 

296 Seiten

18 Euro

Unrast-Verlag, Münster, April 2008

ISBN 978-3-89771-649-0

www.wolfwetzel.wordpress.com

 

 

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