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Die LeserInnen begleiten die ProtagonistInnen durch den Wald, an die Startbahn, zurück nach Hause, ins Polizeigewahrsam, zum Verhör – eingeholt von Ereignissen, die ihr bisheriges Leben gewaltig ins Wanken brachten (Hüttendorfräumung/1981, Tod von Günther Saré/1985, Tschernobyl/1986, Strommastaktionen/1986, Demonstration gegen die Plutoniumfabriken Alkem-Nukem in Hanau/1986). Auch wenn die Auseinandersetzung um die ›Startbahn West‹ im Mittelpunkt dieses Buches steht, so ist es auch ein Buch über die 80er Jahre: der Versuch, zwischen kommunistischen Kaderparteien (KBW, KPD …) und Alternativbewegung, zwischen der Roten Armee Fraktion (RAF) und dem ›Marsch durch die Institutionen‹ neue Wege zu gehen. Dieses Buch verweigert sich absichtsvoll dem medial umhätschelten 68er-Tross ›Glücklich Gescheiterter‹, die mit einer Aura der damals Dabeigewesenen bezeugen sollen, wie gut wir es jetzt haben und wie schlimm es war, als man noch mehr, wenn nicht gar alles wollte! Sich dem nicht anzuschließen heißt nicht, ins Gegenteil zu verfallen, die 80er Jahre zu mystifizieren, an einer desperaten, selbstgefälligen Legende zu arbeiten. Ich hoffe, dass das hier Erzählte dazu völlig ungeeignet ist. In diesem Sinne ist dieses Buch geschrieben. Es versucht, so nahe wie möglich an die Ereignisse heranzureichen, Erlebtes genau so zu schildern, wie es sich zugetragen hat, nicht wegzuschauen, wenn etwas passiert, was nicht hätte passieren dürfte, da zu bleiben, wenn man am liebsten wegrennen möchte, es aufzuschreiben, wenn man es am liebsten ungeschehen machen würde. Viele ehemalige StartbahngegnerInnen werden beim Lesen, beim Zuhören nicht nur auf Bekanntes stoßen. Vieles, was man an der Startbahn hören konnte, musste vage bleiben – manches wurde auch gewollt falsch erzählt. Einige werden also überrascht sein, dass sich markante Ereignisse ganz anders abgespielt haben, als sie sie in ›Erinnerung‹ haben. Der Wunsch, die Geschichte der Startbahnbewegung und der 80er Jahre nicht als persönliche Reminiszenz und Anekdote zu erzählen, war eins der entscheidenden Motive, dieses Buch zu schreiben. Die über fünfzehn Romanfiguren geben mehr als ihre persönlichen Erinnerungen wieder. In der Summe bieten sie die Möglichkeit, Teil des kollektiven Gedächtnisses zu werden. Inhalt 2.11.1987 – 6. Jahrestag der Hüttendorfräumung Leben im Hüttendorf 1980/81 Knüppelgasse in der Rohrbachstraße am 3.11.1981 Beton brennt doch… 1982 Eine Nachtaktion bei 20.000 Watt – 1982 Müntzer an der Startbahn 1982 – ein Gastbeitrag Tod von Günther Saré am 28.9.1985 Hanau-Demonstration am 8.11.1986 Von Braunmühl an der Startbahn 1986 Strommastaktion bei Hasselroth am 9.7.1986 Strommastaktion bei Dreieich-Offenthal am 26.8.1986 Von der friedlichen zur militärischen Nutzung der Atomenergie Nachspann 1987-1991 ›Radio Preungesheim‹ Blind Date mit der Wahrheitsfindung
296 Seiten 18 Euro Unrast-Verlag, Münster, April 2008 ISBN 978-3-89771-649-0
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