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++ 71 | 6603 Zeichen | Artikel vom: 28. 04. 2009
Druckversion  Aktualisierung Anti-Nazi-Mobilisierung Mz +++Nazi-Aufmarsch in Mainz am 1. Mai wieder genehmigt+++Kundgebungen gegen den Naziaufmarsch beginnen schon am frühen Morgen

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+++Weiterer Kundgebungsort veröffentlicht+++Aktueller Stand der Kundgebungen+++07:30 – Haupteingang der Universität+++07:30 – Münsterplatz
Im Artikel eine Zusammenfassung von "Wir stellen uns quer" und antinazi.wordpress.com. |
Nazi-Aufmarsch in Mainz am 1. Mai wieder genehmigt
Der Nazi-Aufmarsch in Mainz am 1. Mai ist nun wieder erlaubt. Wie bereits vermutet, hat das Verwaltungsgericht Mainz einem Antrag der Nazi-Veranstalter gegen das von der Stadt Mainz verhängte Demonstrationsverbot zum 1. Mai stattgegeben . Ob die Stadt Beschwerde einlegt, ist noch nicht klar. Sicher dagegen ist, daß die Gegenmobilisierung nach wie vor weitergeht: “Kein Naziaufmarsch in Mainz – Wir stellen uns quer!”
Kundgebungen gegen den Naziaufmarsch beginnen schon am frühen Morgen
Das Bündnis „Wir stellen uns quer“ wird am 1. Mai nun zwei Kundgebungen ab 7:30 Uhr gegen die angekündigte Nazi-Demonstration durchführen. Um Propagandaaktionen für die menschenfeindliche Nazi-Ideologie zu verhindern, ruft das Bündnis aus Einzelpersonen, Gewerkschaften, Parteien, Antifa-Gruppen und weiteren Organisationen zu friedlichem und entschlossenem Widerstand auf. „Je mehr Teilnehmende die Gegenkundgebungen haben, desto größer ist die Chance, die Nazis unverrichteter Dinge nach Hause zu schicken“, appellieren die Pressesprecher an die Bevölkerung.
Das Bündnis „Kein Naziaufmarsch in Mainz – Wir stellen uns quer!“ wird am ersten Mai zwei Kundgebungen durchführen. Zu der bereits angekündigten Kundgebung am Münsterplatz wird eine zweite Kundgebung an der Universität stattfinden. Da die genaue Route der Nazis nicht bekannt ist, möchte sich das Bündnis auf beiden Seiten der Bahnschienen Flexibilität bewahren, um sich den Demagogen gegebenenfalls in den Weg stellen zu können. Aus dem gleichen Grunde werden die beiden Kundgebungen schon um 07:30 Uhr beginnen, eine Stunde früher als bisher geplant. „Wir wollen früher als die Nazis in der Stadt sein, damit wir ihnen schon bei der Anreise möglichst zahlreich deutlich machen können, dass sie hier in Mainz nicht erwünscht sind“, so Bündnissprecher Wolfgang Faller. Jeder Raum, der den Nazis für ihre menschenverachtende Propaganda zugestanden wird, ist ein Rückschlag für demokratische und humanistische Kräfte. Einer Ideologie, die zu über 140 Todesopfern in Deutschland seit 1990 führte und dazu, dass Wohnhäuser angezündet werden, darf hier kein Platz eingeräumt werden. Deshalb versucht das Bündnis „Kein Naziaufmarsch in Mainz – Wir stellen uns quer!“ auch mit allen antifaschistischen Kräften zusammenzuarbeiten. In ihm sind sogenannte Antifa-Gruppierungen wie auch Gewerkschaften und Parteien und viele andere vertreten. „Wir gehen nicht davon aus, dass seitens der DemonstrantInnen gegen den Naziaufmarsch eine Eskalation gesucht wird“, ergänzt die Kollegin Tanja Berger, „dies ist von keinem der drei existierenden Bündnisse geplant“. Bei der Organisation der Blockaden wird der friedliche Charakter stets betont. „Unser Ziel ist es, so viele Menschen zu mobilisieren, dass die Polizei den Naziaufmarsch nicht mit Gewalt durchsetzen wird.“ Das Bündnis lädt alle antifaschistisch orientierten Gruppen und Menschen ein, sich an seinem friedlichen Protest gegen den Nazi-Aufmarsch zu beteiligen. Tanja Berger ist optimistisch, dass die Gegenaktivitäten am 1. Mai erfolgreich sein werden: „Stetig melden sich weitere Gruppen, die uns unterstützen wollen, so dass das Bündnis nun schon über 60 Gruppierungen vertritt. Außerdem nehmen wir das Verbot der Nazidemo durch die Stadt Mainz als positives Zeichen, dass auch von offizieller Seite alles unternommen wird, unseren Protest gegen neofaschistische Umtriebe zu unterstützen.“ So ist die Hoffnung, dass viele Menschen trotz des Feiertages bereit sind, früh aufzustehen und Zivilcourage zu zeigen, durchaus begründet.
www.wirstellenunsquer.blogsport.de/
Weiterer Kundgebungsort veröffentlicht
Aktueller Stand der Kundgebungen
07:30 – Haupteingang der Universität 07:30 – Münsterplatz
Wie in der Pressemitteilung von gestern bereits erwähnt, wird es am 1. Mai neben der bereits angekündigten Kundgebung am Münsterplatz noch einen weiteren Anlaufpunkt geben. Die weitere Kundgebung wird am Haupteingang der Universität ab 7:30 Uhr stattfinden. Auch die Kundgebung am Münsterplatz wird um eine Stunde vorverlegt und beginnt nun schon um 7:30 Uhr. Die Bündnisgruppen wollen so erreichen, das möglichst viele Menschen zu einem frühen Zeitpunkt auf den Straßen und bei den Kundgebungen sind, um dem Aufmarsch der Nazis schon frühzeitig entgegentreten zu können. Der Ort der jetzt hinzugekommenen Kundgebung am Haupteingang der Universität ist gewählt worden, um möglichst flexibel auf aktuelle Ereignisse am 1. Mai selbst zu reagieren zu können.
Weiterhin geht das Bündnis davon aus, dass das Verbot der Nazi-Demonstration nicht bestehen bleibt. Erfahrungen mit Naziaufmärschen in anderen Städten haben gezeigt, dass ein Verbot schwer durchsetzbar ist, allerdings von Seiten der Ordnungsbehörden ein juristisches Verfahren genutzt werden kann, um den AnmelderInnen Auflagen machen zu können. Eine Verlegung der ursprünglich geplanten Route könnte eine solche Auflage sein. Daher versuchen die Bündnisgruppen auch bei kurzfristigen Änderungen flexibel zu bleiben. Wir empfehlen daher allen, auch in den nächsten Tagen immer wieder unsere Homepage zu besuchen, um über aktuelle Planungen informiert zu bleiben. Auch am 1. Mai selbst wird es eine Reihe von Informationsangeboten vor Ort geben, damit alle TeilnehmerInnen der Kundgebungen und weiteren Proteste auf dem neuesten Stand sind.
www.wirstellenunsquer.blogsport.de/
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