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++ 71 | 8516 Zeichen | Artikel vom: 29. 04. 2009   Druckversion

Aktueller Stand: Naziaufmarsch Mainz

Wir lassen uns nicht beirren! Gegenaktionen zu Neonazi-Demo finden statt – Treffen 8:30

Die Kundgebungen von „Wir stellen uns quer!“ am Münsterplatz und an der Universität beginnen nun erst um 8:30.

Die Kundgebungen von „Wir stellen uns quer!“ am Münsterplatz und an der Universität beginnen nun erst um 8:30.

+++Aktueller Stand der Kundgebungen+++08:30 – Haupteingang der Universität+++08:30 – Münsterplatz+++Das Ziel des Bündnis „Wir stellen uns quer!“ bleibt, die Neonazi-Demo zu verhindern. Die Ablehung des Demo-Verbotes für die Neonazis durch das OVG ist vor dem Hintergrund zusätzlich erwarteter Neonazis, die ursprünglich in Hannover aufmarschieren wollten, unverständlich, aber nicht völlig überraschend.



Pressemitteilung vom 29.04.09

Wir lassen uns nicht beirren! Gegenaktionen zu Neonazi-Demo finden statt -Treffen 8:30.

Das Ziel des Bündnis „Wir stellen uns quer!“ bleibt, die Neonazi-Demo zu verhindern. Die Ablehung des Demo-Verbotes für die Neonazis durch das OVG ist vor dem Hintergrund zusätzlich erwarteter Neonazis, die ursprünglich in Hannover aufmarschieren wollten, unverständlich, aber nicht völlig überraschend.
Die geänderten Zeiten der Nazi-Kundgebung werden uns nicht von den geplanten Aktionen abhalten“, stellt das Bündnis fest.
Die Kundgebungen von „Wir stellen uns quer!“ am Münsterplatz und an der Universität beginnen nun erst um 8:30.
„Wenn die Nazi-Demo erst um 12:00 beginnen soll, ist eine neue Situation gegeben“, stellt das Bündnis fest. Es bleibt dennoch bei einer frühen Uhrzeit, um möglichst flexibel auf die aktuelle Situation reagieren zu können.
„Offensichtlich rechnen alle Behörden damit, dass Neonazis, die ursprünglich an der Kundgebung in Hannover teilnehmen wollten, nun nach Mainz kommen. Auch die Polizei hat das in Ihrer Schätzung von erwarteten 300 demonstrierenden Nazis offensichtlich schon eingebaut“, beschreibt Sprecher Wolfgang Faller die Situation.
Aus den Erfahrungen des 1.5.2008 in Hamburg wird klar, dass noch eher Gewaltausbrüche durch die Neonazis drohen. Dieses Argument gehörte ja zu den erfolgreichen Verbotsbegründungen der Stadt Hannover.
Die InitiatorInnen von „Wir stellen uns quer!“ fühlen sich in Ihrer Strategie bestätigt. „Die Hoffnung, dass ‚dieser Kelch an Mainz vorüber geht‘, (OB Beutel) war uns schon immer zu wenig. Deshalb zielten wir von Beginn an drauf ab, sich den Nazis friedlich und entschlossen in den Weg zu stellen“ formuliert die Sprecherin Tanja Berger.
Wo sie in Ruhe marschieren können, da kommen sie gerne wieder, wie man z.B. in Kaiserslautern sehen kann, wo die Nazis nach dem 1.5.2008 nun am 2.Mai diesen Jahres schon wieder ihre menschenverachtenden Parolen skandieren wollen.
Das Bündnis hofft deshalb weiterhin auf die Kooperation von Stadt und Polizei im Rahmen der Entscheidungsspielräume.

www.wirstellenunsquer.blogsport.de/

 

 

Wie der heutigen Pressemitteilung der Stadt Mainz zu entnehmen war, hat das Ordnungsamt der Nazidemonstration Auflagen gemacht und sowohl den Beginn, als auch die Route verändert.

Beginn bzw. Ende der Nazidemo: 12:00 bis 18:00 Uhr
Naziroute: Bahnhofsvorplatz, Schottstraße, Kaiserstraße entgegen der Fahrtrichtung, Zwischenkundgebung auf der Fahrbahn in Höhe Hindenburgplatz, weiter Kaiserstraße umgehend die Christuskirche entgegen der Fahrtrichtung, Bauhofstraße, Große Bleiche, Neubrunnenplatz, Zwischenkundgebung Neubrunnenplatz, Neubrunnenstraße, Querung Kaiserstraße, Kaiserstraße in Fahrtrichtung Schottstraße, Bahnhofsvorplatz

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Pressemitteilung vom 28.04.09

Nazis müssen ihre Route ändern, aber auch Gegendemonstranten bekommen Kundgebungsplätze untersagt. Bündnis weist auf nazistische Gewalt im Umfeld von Demonstrationen hin.

Im Gespräch zwischen Ordnungsamt, Polizei und Vertretern des Bündnisses „Kein Naziaufmarsch in Mainz – Wir stellen uns quer!“, signalisierte das Ordnungsamt, dass der Münsterplatz als zentraler Kundgebungsort bestehen bleiben kann. Damit kann die Demonstrationsroute der Neonazis nicht wie geplant verlaufen. Die geplanten Kundgebungen des Bündnisses an Hindenburgplatz, Anna Seghers-Platz und Hbf-West werden allerdings untersagt.

„Die Polizei wollte zunächst die Route der Neonazis unangetastet lassen. Es freut uns, dass das Ordnungsamt den Münsterplatz nun endgültig genehmigt hat“, so Tanja Berger, die Sprecherin des Bündnisses.

„Wir finden es jedoch falsch, dass unter Berufung auf Meinungsfreiheit und Erstanmelderrecht denjenigen der Raum für Meinungsäußerung beschnitten wird, die dafür sorgen wollen, dass Mainz in Zukunft nicht weiter als Aufmarschgebiet für Demagogen und Neonazis gebraucht wird. Das müsste eigentlich auch im Sinne der Stadt sein“, argumentiert sie weiter. „Um das zu erreichen, darf der Aufmarsch für die Faschisten kein Erfolg werden.“

Appell an die Polizei
„Die Polizei hat in ihrer Presseerklärung vom 27.4. auf Gewaltausbrüche der Neonazis bei einer Demon­stration am 1.5.2006 in Worms verwiesen. Viele weitere Beispiele wären zu nennen“, so der Sprecher Wolfgang Faller. „Der Überfall auf jugendliche AntfaschistInnen am Mainzer Südbahnhof am 1. Mai 2007 nach Naziaufmärschen in Rüsselsheim und Raunheim und der Überfall auf einen Bus des DGB im Februar diesen Jahres nach Demonstrationen in Dresden sind zwei konkrete Fälle aus der Region.“

Das Bündnis hofft nun, dass die Polizei daraus die Konsequenzen zieht, den Naziaufmarsch vor Ort unter Verweis auf die Unverhältnismäßigkeit und die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu untersagen. „Bisher wurde jedoch kein Interesse und Entgegenkommen in diesem Bereich gezeigt“, so das Sprecherteam. „Wir hoffen jedoch, dass sich diese Haltung vor Ort ändert, denn den Naziaufmarsch mit Gewalt durchzusetzen würde das falsches Signal senden und von den Faschisten als Ermunterung aufgenommen werden, Mainz als Aufmarschgebiet zu etablieren. Es gibt unzählige Beispiele dafür, wie eng die menschenverachtende Ideologie, die auf solchen Umzügen verbreitet wird, mit der konkreten gewalttätigen Umsetzung auf der Straße gegen Schwächere, Andersdenkende und Ausländer einhergeht. Ein Erfolg des Aufmarsches würde eine Stärkung dieser Kräfte bedeuten“, ergänzt Wolfgang Faller.

Wachsender Zuspruch, viele Aktionen
Die Bündnissprecher zeigen sich optimistisch, ihr Ziel, den Naziaufmarsch zu verhindern, erreichen zu können. Erfreut zeigen sie sich über wachsenden Zuspruch aus vielen Teilen der Bevölkerung. Das Engagement vieler Leute in den Vorbereitungen motiviert. So haben beispielweise viele Geschäfte die Flugblätter und Plakate gerne ausgelegt bzw. gehängt.
Es kommen auch ständig weitere Ideen, Planungen und Aktionen hinzu: So laden DGB und IG Metall für den 1. Mai ab 7:30 zu einem Frühstück ins DGB Haus unter dem Thema „Gewerkschaften und der Nationalsozialismus 1933″. „Die Vorstellung, dass die Wiedergänger der alten NSDAP ausgerechnet am 1. Mai am Gewerkschaftshaus vorbei ziehen, ist für eine lebendige Demokratie, die sich ihrer historischen Verantwortung bewusst ist, unerträglich“, so Faller dazu.

Das Bündnis wirbt weiter um rege Beteiligung. „Je mehr Menschen sich den Nazis in den Weg stellen, desto eher muss die Polizei die rechten Rassisten wieder nach Hause schicken. Dazu können wir weiter viel Unterstützung brauchen, sowohl von Menschen, die selbst friedlich blockieren wollen, als auch von TeilnehmerInnen, die dies durch ihre Anwesenheit im Umfeld unterstützen“ schließt Tanja Berger mit einem Appell.

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