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++ 259 | 4357 Zeichen | Artikel vom: 28. 09. 2009   Druckversion

Presseerklärung des AKU Wiesbaden

AKU fordert endgültiges Aus für Kohlekraftwerk auf der Ingelheimer Aue


Wie heute bekannt wurde, haben die KMW für das Kraftwerksprojekt auf der Ingelheimer Aue ein Moratorium von mindestens drei Jahren beschlossen. Begründet vornehmlich mit der Unmöglichkeit dieses Projekt zur Zeit über Kredite zu finanzieren. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit für die Realisierung des Projekts dramatisch.



Gut so! Das geplante Kohlekraftwerk brächte eine Verdopplung des CO2 – Ausstoßes je produzierter Kilowattstunde Strom gegenüber des bestehenden Gaskraftwerks. In Verbindung mit der projektierten Verdoppelung der Kraftwerkskapazität würde dies eine Vervierfachung des CO2 Ausstoßes am Standort bedeuten.

Die Verbrennung von ca. 6000 t Steinkohle pro Tag bedeutete für Umwelt und Gesundheit der Menschen im Rhein-Main-Gebiet erhebliche Mehrbelastungen (vor allem durch Schwermetalle und Schwefeloxide) gegenüber dem Energieträger Gas.  Allein an Feinstäuben durch die Kohlefeuerung befürchtet die Ärzteinitiative Wiesbaden eine jährliche Feinstaub Emission von ca. 480 Tonnen.

 

 

Es kann davon  ausgegangen werden, dass das Aufschieben des endgültigen Scheiterns des Projekts dem Aufsichtsrat der KMW die Möglichkeit geben soll, das politische Gesicht zu wahren. Im Falle der definitiven Projektaufgabe steht schon jetzt fest, dass mindestens 110 bis 150 Millionen Euro durch die vorschnellen Vertagabschlüsse mit  u.a. Siemens in den Sand gesetzt wurden. Die Verantwortung hierfür liegen beim Vorstand und Aufsichtsrat der KMW.

 

Gegenüber der Öffentlichkeit wird von KMW-Seite mit der geplatzten Kreditierung des Projekts argumentiert. Die Verweigerung der Kreditfinanzierung durch Banken ist jedoch nicht nur der aktuellen Finanzkrise geschuldet.

Der breite Widerstand gegen das Kohlekraftwerk, getragen von Bürgerinitiativen, Umweltverbänden, Ärzteinitiativen und Parteien macht deutlich wie hoch der politische Preis einer Durchsetzung des Projekts gegen Bürgerwillen wäre. Ein politischer Unsicherheitsfaktor für das Projekt, der potentiellen Kreditgebern nicht verborgen bleiben konnte.

 

Auch wenn  die Nachricht in Mainz und Wiesbaden Anlass zum Feiern ist, rufen wir auf weiterhin wachsam zu bleiben.

Der vorläufige Stop des Projekts bedeutet noch nicht zwangsläufig das endgültige Aus.

 

Von der KMW als kommunales Unternehmen in den Mehrheitshänden zweier Landeshauptstädte fordern wir klimapolitische Verantwortung. Wir fordern perspektivisch eine konsequente Ausrichtung auf den Einsatz von Erneuerbaren Energien und den Ausbau von Energieeffizienz.

Wir fordern das endgültige Aus für das Kohlekraftwerk auf der Ingelheimer Aue.

 

 

 

AKU Wiesbaden

www.aku-wiesbaden.de

 

 

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