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++ 17 | 2851 Zeichen | Artikel vom: 14. 09. 2005   Druckversion

Fraport gefährdet Baumbesetzer

Forstarbeiter missachten Sicherheitsabstand zu den besetzten Bäumen

Die Rodung wird mit schwerem Gerät vorangetrieben

Die Rodung wird mit schwerem Gerät vorangetrieben

ROBIN WOOD fordert Fraport und die von ihr beauftragten Mitarbeiter von Hessen-Forst dringend auf, die Baumbesetzer von ROBIN WOOD nicht durch Rodungsarbei­ten zu gefährden. Zwei Aktivisten halten seit dem ver­gangenen Sonntag Bäume im Bannwald am Frankfurter Flughafen besetzt, ein dritter kam am Dienstag Morgen hinzu. Alle drei protestieren mit ihrer öffentlichkeitswirksamen Aktion gegen den Kahlschlag eines 21 Hektar gro­ßen Waldstücks, das dem Ausbau des Frankfurter Flughafens geopfert werden soll.



Fraport hat am vergangenen Montag - trotz der Beset­zung - mit den Rodungsarbeiten begonnen. Im Einsatz sind große Harvester. Eine dieser Vollernte­maschine hat gestern im Abstand von nur 30 Metern zu den besetzten Bäume gefällt. Dabei steht auf der Maschine, dass ein Sicherheitsabstand von 70 Metern ein­gehalten werden muss.

Auch der Tageseinsatzleiter der Polizei, Herr Krinsinger, bestätigte gegenüber Akti­visten am Boden, dass der Sicherheitsabstand offensichtlich nicht eingehalten wurde. Die Maschinen wären „deutlich unter 50 Meter“ an die besetzten Bäume herangekommen. Die verbliebenen Baumstümpfe sind nur etwa 30 Meter von den besetzten Bäumen entfernt.

Die „Unfallverhütungsvorschriften Forsten“ legen fest, dass Bedienstete einen Si­cherheits­abstand von der doppelten Länge der zu fällenden Bäume einhalten müs­sen. Bei Menschen, die sich im Wald aufhalten, ohne ausgebildete Forstarbeiter zu sein, sollte der Sicherheits­abstand größer sein.

Bevor die Fällarbeiten um die besetzten Bäume gestern gegen Mittag begannen, wurde das Gelände außerhalb des Bauzauns geräumt. Der Häfnerweg, der direkt an den besetzten Bäumen entlang führt, war nicht mehr zu­gänglich. Auch Journalisten und anwesenden Ka­merateams wurde der Zutritt ver­wehrt. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass damit Augen­zeugenberichte der gefährlichen Fällungen in unmittelbarer Nähe der besetzten Bäume ver­hindert werden sollten.

Noch stehen viele Bäume, dort wo sich die ROBIN WOOD-Aktivisten aufhalten. ROBIN WOOD ist in großer Sorge, dass Fraport weiterhin ohne Rücksicht auf die Kletterer vorgeht. Fraport-Sprecher Schaller äußerte am Montag gegenüber Journalisten, Fraport würde sich durch die Baumbesetzer nicht bei der Rodung stören lassen. „Wir sind entsetzt, dass Fraport die Gefährdung von Leib und Leben der Umweltschützer in Kauf nimmt“, sagt ROBIN WOOD-Verkehrsreferentin Monika Lege.

ROBIN WOOD fordert den sofortigen Stopp sämtlicher Rodungsarbeiten im Flughafenwald.

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