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Das zentrale Mahnmal für die Wiesbadener Opfer des Nationalsozialismus wird nicht gebaut. Eine Zweckkoalition aus CDU/FDP und Republikanern und eines ehemaligen REP-Parteigängers kippte am 17. Juni 2005 den einstimmigen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung von 1986. Vorgeschobene SachzwängeGegenüber der Öffentlichkeit wurde mit vorgeschobenen Sachzwängen argumentiert: Von der Künstlerin Jenny Holzer wurde bereits im Vorfeld quasi eine Abrissgenehmigung gefordert, wobei man davon ausging, dass eine renommierte Künstlerin dieses - und vor allem bei dieser Thematik - nicht hinnehmen würde. Wir haben immer erklärt, dass wir kein zentrales Mahnmal wollen. (CDU)Trotz dieses allzu durchsichtigen Manövers der Wiesbadener CDU und ihrer scheinbaren Sorge um die Stadtplanungsmöglichkeiten künftiger Generationen lenkte Jenny Holzer ein und nahm damit dem CDUAntrag die Grundlage. Nichtsdestotrotz hangelte sich OB Hildebrand Diehl an dieser so peinlichen wie offensichtlichen Vorlage entlang: Die Künstlerin sei zwar bereit, hinsichtlich einer möglichen Umsetzung ihres Werks mit sich reden zu lassen. Daraus könne der Magistrat aber nicht ableiten, dass die Stadt das vorgesehene Areal ( ) eigenmächtig umplanen kann. (FR) Kein Blatt vor den Mund nahm dagegen CDU-Fraktionschef Bernhard Lorenz: Wir haben immer erklärt, dass wir kein zentrales Mahnmal wollen. Das perfide Ausspielen des namentlichen Gedenkens gegen ein zentrales Mahnmal In diesem Zusammenhang stellt die CDU, die berechtigte, vor allem von der jüdischen Gemeinde erhobene Forderung an einen Ort namentlichen Gedenkens, als Alternative zur Errichtung eines zentralen Mahnmals dar. Das Ausspielen dezentraler, namentlicher Gedenkstätten gegen ein zentrales Mahnmal zeigt einmal mehr die perfide Umgangsweise gegenüber deutscher Geschichte und der daraus erwachsenden Verantwortung. Warum wird kein zentrales Mahnmal gewollt? Auch wenn sich die CDU bedeckt hält und sich an diesem Punkt nicht weiter aus dem Fenster lehnt, ist zu fragen, warum im Herzen des politischen und historischen Wiesbadens eine Erinnerung an die Opfer des deutschen Faschismus nicht gewollt wird. Sie lehnten schließlich so entschieden das Mahnmal im Herzen des politischen wie historischen Wiesbadens ab, dass Sie die politische Skrupellosigkeit besaßen, zusammen mit den rechtsradikalen REP`s das Denkmal niederzustimmen. Dieser Skandal zeigt Parallelen zu der Debatte um die (Um-)Benennung der Rudolf Dietz Schule in WI-Naurod. Fragwürdige Heimattraditionen wurden in dieser Debatte höher bewertet als eine konsequente, kritische Auseinandersetzung mit dem antisemitischen Wirken des Dichters. So bleibt die Grundschule im Wiesbadener Vorort nach einem nationalsozialistischen Rassisten benannt. Es geht um das Verdrängen der Schuld und die Ausblendung der deutschen Verbrechen. Es ist nicht zuletzt die Kontinuität des Wirkens der Täter und Mitläufer und das Re-Integrieren der Nazi-Täter in die deutsche Gesellschaft, an das nicht erinnert werden soll. Es kommt darin der Wunsch zum Ausdruck, von alldem nicht mehr gestört und damit belästigt zu werden. Darum empfinden diese Damen und Herren ein zentrales Mahnmal in Wiesbaden als Stachel im Fleische. Die weinselige Beschaulichkeit von Sternschnuppenmarkt und Weinfest soll nicht gestört werden. Deutsche Befindlichkeit soll ungetrübt von der Vergangenheit in einer neuen Identität erscheinen, mit dem Tenor: Wir sind wieder wer, lass die Vergangenheit doch endlich ruhen. Wir, die Unterzeichnenden, vermissen einen verantwortungsbewussten Umgang mit der deutschen Geschichte. Die Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Herrschaft durch Gedenkstätten ist nur ein Teil des Notwendigen. Sollen Gedenkstätten nicht eine Alibifunktion für eine verweigerte Aufarbeitung deutscher Geschichte übernehmen, ist eine kritische Auseinandersetzung mit Faschismus, Rassismus und menschenfeindlicherTotalität auch in ihren aktuellen Formen - Sache eines jeden Menschen.
Am 2.10.2005 Wiesbaden Schlossplatz ab 19 UhrShoah Versuch einer Medialen Konfrontation mit den NS-Gewaltverbrechen ________________________________________ AKU , Cafe Klatsch Kollektiv, Kulturzentrum Schlachthof, Flüchtlingsrat Wiesbaden Unterstützt von :Stefan Burghardt (Stadverordneter), Dr. Tilli Reinhardt(Stadverordnete), Sabine Gaedeke (Stadverordnete), Rosa M. Winheim (Stadverordnete), Olaf Bayer (Stadverordneter), Hubert Müller (Stadverordneter), Dr. Ulla Ahrenhöfer (Stadtverordnete), Claus-Dieter Große (Stadtverordneter), Rita Thies ( Ex-Kulturdezernentin), Peter Bingel (Lehrer), Harald Steinwender(Filmwissenschaftler), Linke Liste Wiesbaden _________________________________________Vorgeschichte
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