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++ 5 | 7630 Zeichen | Artikel vom: 08. 10. 2005   Druckversion

Offener Brief

Gegen Nazipräsenz im Kneipenviertel

In dem Brief werden die Wirte der betroffenen Kneipen abschliessend dazu aufgerufen, Hausverbote gegen die NeoNazis zu verhaengen und endlich deutlich Stellung gegen Rechtsextremismus zu beziehen.

In dem Brief werden die Wirte der betroffenen Kneipen abschliessend dazu aufgerufen, Hausverbote gegen die NeoNazis zu verhaengen und endlich deutlich Stellung gegen Rechtsextremismus zu beziehen.

Zahlreiche Initiativen aus Frankfurt protestieren mit
einem offenen Brief an die Wirte im sachsenhäuser Kneipenviertel gegen die Duldung von gewalt-bereiten NeoNazis. In dem Bief heisst es, dass seit einigen Monaten, insbesondere an Wochenenden, grössere Gruppen von Neonazis aus dem Umfeld der sogenannten "Freien Kameradschaften" in Kneipen um die kleine Rittergasse in Frankfurt-Sachsenhausen auftauchen wuerden. Im offenen Brief wird in diesem Zusammenhang auch die Reaktion der Behörden kritisiert. Stadt und Polizei wuerden versuchen Ueber-griffe zu verschweigen und sie, wider besseren
Wissens, als "unpolitische Kneipenschlägerreien"abtun.



Offener Brief gegen Nazipräsenz im Kneipenviertel

Zahlreiche Initiativen aus Frankfurt protestieren miteinem offenen Brief an die Wirte im sachsenhäuserKneipenviertel gegen die Duldung von gewaltbereitenNeoNazis. In dem Bief heisst es, dass seit einigenMonaten, insbesondere an Wochenenden, grössere Gruppenvon Neonazis aus dem Umfeld der sogenannten "FreienKameradschaften" in Kneipen um die kleine Rittergassein Frankfurt-Sachsenhausen auftauchen wuerden. Oft seies dabei auch schon zu gewalttätigen Uebergriffen aufMigrantInnen und Andersenkende gekommen. So z.B. imApril diesen Jahres als eine, u.a. mit Zaunlattenbewaffnete, Gruppe von 15 Rechtsextremen 4Antifaschisten auf offener Strasse attackierte undkrankenhausreif pruegelte. Im offenen Brief wird indiesem Zusammenhang auch die Reaktion der Behördenkritisiert. Stadt und Polizei wuerden versuchen dieseUebergriff zu verschweigen und sie, wider besserenWissens, als "unpolitische Kneipenschlägerreien"abtun.Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören nebenlokalen Antifa-Gruppen und der VVN, auch die DGBJugend, mehrere Verein, das Antagon Theater, dieAnti-Nazi-Koordination, sowie die grössteFanvereinigung des Fussballclubs Eintracht Frankfurt,Ultras 97. In dem Brief werden die Wirte der betroffenen Kneipenabschließend dazu aufgerufen Hausverbote gegen die NeoNazis zu verhängen und endlich deutlich Stellunggegen Rechtsextremismus zu beziehen. Die Sprecherin der autonomen antifa [f], SahraBrechtel, erklärte dazu: "Das Problem sind weniger dieNazis, sondern ein vermeintlich "unpolitisches"Umfeld, dass offenbar keinerlei Probleme damit hat mitbekennenden und erkennbaren Rassisten und Antisemitenzu "feiern". Es ist dieser Klima der Ignoranz undAktzeptanz in denen die NeoNazis sich wie zu Hausefuehlen koennen."Ausser Hausverbote gegen die rechten Schläger zuverhängen bieten die Unterzeichner des Briefes innächster Zeit daher weitere Möglichkeiten an, sichgegen Rechts zu engagieren.

Am kommenden Donnerstag, den 13.10., findet im Saalbauam Frankfurter Suedbahnhof um 20 Uhr eineInfoveranstaltung ueber die rechten Strukturen statt.Am Samstag den 22.10. gibt es dann ab 19 Uhr vomSuedbahnhof Frankfurt aus unter dem Motto "Den rechtenKonsens durchbrechen - Nazis bekämpfen!" einen"antifaschistischen Abendspaziergang". _________________________________________

Offener Brief an die Wirte im Alt-SachsenhäuserKneipenviertel - Organisierte Neonazis im„Ebbelwei-Viertel“

Im Frankfurter Kneipenviertel um die KleineRittergasse sind am Wochenende regelmäßig größereGruppen von Neonazis, u. a. aus dem Umfeld der „FreienNationalisten Rhein/Main“ anzutreffen. Die FreienNationalisten Rhein-Main sind eine neonazistischorientierte, rechtsextreme Kameradschaft und gehörenzu den aktivsten Neonazis in Hessen (siehe auch denaktuellen Verfassungsschutzbericht). Die Neonazisfeiern, ähnlich den anderen Besuchern des Viertels, scheinbar unpolitisch in vielen sachsenhäuser Kneipen.Dass sie jedoch keineswegs Klientel wie andere Gästesind, haben sie nicht zuletzt in der Nacht zum 24.April 2005 unter Beweis gestellt. Etwa 15 Neonazisgriffen vier linksalternative Jugendliche an. Bei demÜbergriff, der sich vor den Augen zahlreicher Zeugenin der Paradiesgasse ereignete, schlugen die Neonazisu.a. mit einer Holzlatte, in der ein Nagel steckte,auf am Boden Liegende ein (vgl. Frankfurter Rundschauvom 27.04.05). Die Opfer kamen mit einem angebrochenenKiefer, Schürfwunden, ausgeschlagenen Zähnen undGehirnerschütterungen gerade noch davon. Zuvor hattendie Täter die Jugendlichen mit Rufen wie „ScheißJuden! Wir bringen euch um!“ bedroht. Die Polizei nahmsieben der Angreifer auf der Flucht fest, die Opferstellten Strafanzeige wegen gefährlicherKörperverletzung. Laut Zeugen handelte es sich umeinen organisierten Angriff. Dieser neonazistische Übergriff stellt eine neueQualität rechter Gewalt in Frankfurt dar und machtdeutlich, was sich im letzten Jahr in der Regionherausgebildet hat: Neonazis in Hessen sind imAufwind, die Anzahl der rechtsextremen Straftaten istum 6 % gestiegen, die rechte Szene bekommt stetigZulauf und steigert ihren Organisationsgrad. Geradedabei spielen die festen Treffpunkte inAlt-Sachsenhausen eine nicht zu unterschätzende Rolle.Hier können sie sich unbehelligt unters „Partyvolk“mischen, Kontakte knüpfen und junge Leute überscheinbar unpolitische Feierstimmung rekrutieren. Umso alarmierender, dass sie bei dieser Tätigkeit davonprofitieren können, dass sie von einigen Türstehernund Besitzern geduldet oder gar gefördert werden.In vielen sachsenhäuser Kneipen können Neonazis, oftsogar mit eindeutigen Zeichen wie zum BeispielT-shirts mit dem Bild des Hitler-StellvertretersRudolf Hess oder Aufnähern wie "white Pride",ungestört ihre rassistische undantisemitische Meinung teilweise lautstark verbreitenund genießen bei Pöbeleien und Übergriffen auch nochTäterschutz. Damit werden sie in ihrem, in derKonsequenz menschenverachtenden Denken und Tunbestärkt. Das muss ein Ende haben!Daher fordern wir Sie auf:- öffentlich Stellung gegen Neonazis und derenmenschenverachtendes Weltbild zu beziehen!- Hausverbote für Neonazis zu verhängen!- Schutz vor neonazistischen Übergriffen zu bieten!Am Donnerstag, den 13.Oktober wird um 20 Uhr imSaalbau im Südbahnhof eine Infoveranstaltungstattfinden, auf der ein Referent (desantifaschistischen Pressearchivs und Bildungszentrums(apabiz) Berlin e.V.) über die regionale Naziszene undmögliche Maßnahmen gegen Neonazis informieren wird.Außerdem gibt es Informationen über denantifaschistischen Spaziergang, der am 22.Oktober 2005in Sachsenhausen stattfinden wird und zu dem wir Sieebenfalls einladen möchten.

Mit freundlichen Grüßen,

Unterzeichner:

Lars Mertens & Sahra Brechtel (autonome antifa [f]),Antifa Action Noir, antagon theaterAKTion,Anti-Nazi-Koordination, Azrael (Punkband ausFrankfurt), BDP-Landesverband Hessen & StadtgruppeFrankfurt, Bündnis gegen Antisemitismus Rhein-Main,DGB-Jugend Frankfurt, Helga Dieter (Vors. Couragegegen Rassismus e.V. Frankfurt-Rödelheim), HermannSchaus, IGA (Initiative gegen Abschiebung) im DritteWelt Haus Frankfurt, Kultur & Politik Frankfurt e.V.,Libertad! Frankfurt, Peter Gingold, Bundessprecher derVereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN),Rhein-Main-Bündnis gegen Sozialabbau und Billiglöhne,Sabine-Henriette Hunger, Verein zur beruflichenFörderung von Frauen e.V., Sinistra! radikale Linke(Uni-Gruppe), [`solid] Hessen, Dr. Thomas Seibert(medico international), Ultras 97 Frankfurt

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