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++ 9 | 2074 Zeichen | Artikel vom: 13. 10. 2005
Druckversion  EU/Marokko: Abschiebung in den Tod Frankfurt:Demonstration 200 Menschen vom spanischen zum marokkanischen Konsulat

Europaweit finden Proteste statt, viele unter dem Motto 'Nicht in unserem Namen'. Am Dienstag beteiligten sich in Frankfurt ca 200 Menschen an einer Demonstration . |  |
Immer mehr Menschen versuchen, die Grenzen der Festung Europa in Nordafrika zu überwinden. In den letzten Tagen hat es viele Tote gegeben; viele Menschen werden jetzt in der Sahara ausgesetzt und werden verhungern und verdursten. |
Um gegen die Ereignisse der letzten Tage und Wochen in den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla zu protestieren, versammelten sich um 17 Uhr etwa 200 Leute mit Transparenten, Leitern und Stacheldraht vor dem spanischen Konsulat in Frankfurt. Sie warfen der spanischen Regierung vor, direkt für die 14 Toten verantwortlich zu sein, die in den vergangenen Tagen bei dem Versuch, die Grenzanlagen zu überwinden, erschossen wurden. Auch die völkerrechtswidrigen und menschenverachtenden Abschiebungen all derjenigen, die es trotz aller militärischer Maßnahmen geschafft hatten, spanisches Territorium zu erreichen, wurden kritisiert. Die spanische Regierung wurde aufgefordert, diese Abschiebungen sofort zu stoppen und alles notwendige zu unternehmen, damit die von Marokko in die Wüste Deportierten gerettet würden. Allerdings seien die jüngsten Ereignisse nur ein besonders krasses Beispiel für die sich immer weiter verschärfende Abschottungspolitik der Europäischen Union, der jedes Jahr Tausende von Menschenleben zum Opfer fallen. Während der Kundgebung wurde das Hochhaus, in dem das spanische Konsulat im 23. Stock residiert, mit allerlei Transparenten und Stacheldraht verziert. Nach der Kundgebung ging es in einer Spontandemo weiter zum marokkanischen Konsulat, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Hier wurde noch einmal besonderes Augenmerk auf das Schicksal der in die Wüste Deportierten gelegt und Augenzeugenberichte verlesen. Insgesamt war es erfreulich, dass trotz der äußerst kurzfristigen Mobilisierung doch so viele Leute auf die Straße gegangen sind.
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